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Schmerz verstehen – Freund oder Feind im Spitzensport?

  • Autorenbild: Christian Tambach
    Christian Tambach
  • 24. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Im Spitzensport gehört Schmerz zum Alltag. Wer an seine Grenzen geht, kennt Muskelkater, Erschöpfung, manchmal auch kleine Wehwehchen. Doch nicht jeder Schmerz ist gleich – und nicht jeder Schmerz ist ein Feind.


In meiner Arbeit mit Profi-Sportlern habe ich oft erlebt, wie entscheidend die Fähigkeit ist, Schmerz richtig einordnen zu können. Es gibt den "guten" Schmerz: die Müdigkeit nach einem intensiven Training, das Ziehen in den Muskeln, das Gefühl, dass der Körper arbeitet, sich anpasst und wächst. Dieser Schmerz gehört zum Prozess dazu. Er ist ein Signal für Veränderung und Entwicklung.


Doch es gibt auch den "Warnschmerz" – den Schmerz, der uns etwas anderes sagen will.

Er tritt oft früher auf, als wir es wahrnehmen möchten. Er zeigt sich nicht nur durch stechende Empfindungen, sondern manchmal auch subtil: durch eine plötzliche Einschränkung der Beweglichkeit, eine untypische Schwäche, ein diffuses Unwohlsein im Gewebe.

Dieser Schmerz ist kein Zeichen von Schwäche. Er ist ein Warnsignal. Ein Hinweis darauf, dass Strukturen überlastet sind, dass Regeneration fehlt oder dass sich kompensatorische Bewegungsmuster eingeschlichen haben, die auf Dauer zu ernsthaften Verletzungen führen können.


Die Kunst im Spitzensport – und auch im ambitionierten Freizeitsport – besteht darin, genau hinzuhören: Wo fordert mich mein Körper heraus – und wo versucht er, mich zu schützen?

Wo darf ich mitgehen, weil Wachstum möglich ist – und wo muss ich zurücktreten, um Schlimmeres zu verhindern?


Mein Impuls aus vielen Jahren praktischer Erfahrung: Schmerz ist weder dein Freund noch dein Feind. Schmerz ist dein Gesprächspartner.

Die Frage ist: Hörst du zu – und verstehst du, was er dir sagen will?

Denn wer lernt, differenziert auf seinen Körper zu hören, trainiert nicht nur klüger – er bleibt auch länger gesund und entwickelt ein tieferes, vertrauensvolleres Verhältnis zu sich selbst.



Wann du aufhören solltest – 3 klare Warnzeichen


1. Der Schmerz verändert dein Bewegungsmuster

Wenn du plötzlich beginnst, Bewegungen unbewusst anzupassen oder ausweichst, um den Schmerz zu umgehen, ist das ein klares Zeichen: Der Körper schützt sich – und du solltest ihn ernst nehmen.


2. Der Schmerz wird unter Belastung schlimmer, nicht besser

Ein gutes Training kann Muskelkater verursachen, aber ein akutes Schmerzproblem wird mit fortschreitender Belastung stärker. Wird der Schmerz intensiver oder wandert er, solltest du sofort reagieren.


3. Der Schmerz hält in Ruhe an oder wird nachts schlimmer

Wenn Beschwerden auch nach dem Training nicht abklingen oder dich in Ruhephasen – besonders nachts – stören, zeigt das, dass dein Körper mehr als nur Regenerationszeit braucht: Er braucht gezielte Hilfe.

 

Schmerz richtig zu deuten ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von echter Professionalität.


MOVE FORWARD.

 
 
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