Zwischen Bühne und Spielfeld – Parallelen zwischen Künstlern und Sportlern
- Christian Tambach

- 24. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Auf den ersten Blick könnten ihre Welten kaum unterschiedlicher sein:
der Künstler auf der Bühne, der Sportler auf dem Spielfeld - und doch habe ich in meiner Arbeit mit beiden Gruppen immer wieder gespürt:
Sie teilen etwas sehr Fundamentales – die tiefe Verbindung zwischen Leidenschaft, Leistung und innerem Druck.
Sowohl Künstler als auch Sportler leben davon, im entscheidenden Moment ihre Höchstleistung abzurufen. Wochen, Monate, manchmal Jahre der Vorbereitung, des Trainings, der inneren Arbeit münden in wenigen Sekunden, Minuten oder Stunden, in denen alles stimmen muss.
Der Körper, der Geist, das Herz – alles muss im Einklang sein. Fehler sind sichtbar. Zweifel sind spürbar und dennoch müssen sie lernen, mit offenen Herzen und voller Präsenz zu liefern, auch wenn der Druck kaum auszuhalten scheint.
Beide Gruppen kennen die Stille danach. Den Moment, wenn der Applaus verklungen ist oder das Stadion sich leert. Den Moment, in dem sie zurückgeworfen werden auf sich selbst. Auf die Fragen:
Wer bin ich ohne Erfolg? Was bleibt, wenn der äußere Jubel vorbei ist?
Was mich immer wieder berührt hat, ist die Zerbrechlichkeit hinter der scheinbaren Stärke. Der Musiker, der trotz Lampenfieber die Bühne betritt.
Der Fußballer, der nach einer Niederlage wieder aufsteht. Beide tragen eine tiefe Hingabe in sich, eine Bereitschaft, sich immer wieder dem Risiko des Scheiterns auszusetzen, weil sie etwas Größeres leben wollen als Sicherheit.
In der Arbeit mit Künstlern wie mit Sportlern geht es deshalb nicht nur um körperliche oder technische Perfektion. Es geht um Mut. Um die Fähigkeit, sich trotz Angst zu zeigen. Um die Kunst, mit Druck zu tanzen, anstatt an ihm zu zerbrechen.
Am Ende sind es nicht nur Muskelkraft oder Fingerfertigkeit, die entscheiden. Es ist die Fähigkeit, Herz und Hand miteinander zu verbinden – im entscheidenden Moment das Beste von sich selbst zu geben, ohne sich daran zu verlieren.
Vielleicht liegt genau darin die größte Gemeinsamkeit:
Im tiefen Wunsch, über sich hinauszuwachsen und dabei trotzdem sich selbst treu zu bleiben.
MOVE FORWARD.




